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  • Severin Kiehling

Newsletter Juni 2020

Liebe Unterstützer und Interessenten,


einige von Ihnen / Euch stellen sich vielleicht die Frage, wie Kenia von der Pandemie betroffen ist und was aktuell in unseren Projekten geschieht. Hierzu möchte ich Sie / Euch gerne informieren.

Die Kenianer wurden in diesem Jahr schon von mehreren Krisen schwer getroffen. Massive Überschwemmungen und die verheerendste Heuschreckenplage der letzten 70 Jahre haben große Teile der Ernte zerstört. In Kenia habe die erste und zweite Welle der Heuschreckenplage fast ¾ der landwirtschaftlich genutzten Fläche getroffen. Aktuell findet die dritte Welle statt; am stärksten betroffen sind Äthiopien und Somalia; in Kenia sind aktuell nur kleinere Regionen im Norden des Landes betroffen.

Eine Explosion der Lebensmittelpreise ist bisher ausgeblieben. Die Weltbank hat die Landwirtschaft der betroffenen Länder massiv unterstützt, auch die Regierung Kenias hat Nahrungsmittel importiert, um die Lebensmittelpreise stabil zu halten. Die UN hat mit der Bekämpfung der Heuschrecken mit Material und Know-how geholfen. Der importierte Mais ist gelb, der heimische weiß. So erkennen die Kenianer gleich, ob sie gerade importierten Mais kaufen und essen.

Die Corona Pandemie hat in Kenia bisher vergleichsweise wenig Opfer gefordert, bisher 137. Ganz aktuell steigt jedoch die Zahl der täglichen Neuinfektionen. Für einen größeren Anstieg wäre das kenianische Gesundheitssystem in keiner Weise gewappnet. Die Regierung handelt – auch im Vergleich zu anderen afrikanischen Ländern – besonnen und vorsichtig. So dürfen die Bewohner des Großraums Nairobi und zwei weiterer Städte ihre Region nicht verlassen und es darf dorthin auch nicht eingereist werden. Jeder Infizierte, der bekannt wird, wird isoliert, Kontaktpersonen getestet. Alle Schulen bleiben bis September geschlossen. Kenya Airways hat ihren Flugverkehr bis September eingestellt. Es gibt eine Ausgangssperre zwischen 21 und 4 Uhr, Versammlungsverbot und Maskenpflicht in Geschäften und auf Märkten.

Trotz der Unterstützung durch die Weltbank und die UN und trotz der Lebensmittelimporte droht eine massive Zunahme an Armut und Hunger. Die Ärmsten finden keine Gelegenheitsjobs – und auch sonst steigt die Arbeitslosigkeit - nicht nur im Tourismus, der völlig zum Erliegen gekommen ist. Außerdem kommt die Hilfe wegen fehlender Infrastruktur und / oder Korruption oft nicht bei den Ärmsten an.


Was tut sich konkret in unseren Projekten: dem Child Support Program und dem Skills Centre?

Die Kinder, denen wir im Rahmen des Child Support Programms in der Vergangenheit vor allem einen regelmäßigen Schulbesuch und weiterführende Ausbildung ermöglicht haben, gehen nun bis mindestens September nicht zur Schule. Für ein Lernen zuhause fehlt es an allem, weshalb das von den Schulen gar nicht angeboten wird. Das Bildungsministerium hat beschlossen, dass alle Schüler ein Schuljahr wiederholen werden. Seit Beginn der Schulschließungen und Einschränkungen erhalten die Familie der Kinder des Child Support Programms wöchentlich Lebensmitteln und Hygieneartikeln, anfangs wurden sie mit Masken ausgestattet, demnächst wollen wir sie mit Papier und Buntstiften versorgen, wenn möglich auch mit Büchern. Wie die Familien an die Lebensmittel kommen, hat sich im Lauf der Wochen immer wieder geändert. Damit die Hilfe verlässlich ankommt, sind Jimmy Kilonzi und Linett, die Sozialarbeiterin im Slum, regelmäßig mit den Familien in Kontakt und passen die Logistik den aktuellen Gegebenheiten an. Für die Zeit der Beschränkungen weiten wir die Hilfe mit Lebensmittelpaketen aktuell auf andere bedürftige Familien im Slum aus. In der letzten Woche haben wir 16 weitere Familien unterstützt, weitere Familien sollen nächste Woche dazukommen. Da wir für das 3. Quartal keine Schulgebühren für die Kinder des Child Support Programms zahlen müssen, werden wir unsere finanziellen Mittel dafür einsetzen bei weiteren Familien mit Kindern die Not zu lindern.

Auch die Berufsschule, das Skill Centre, kann ihren Betrieb erst im September wiederaufnehmen. Viele Lehrer waren gleich zu Beginn der Schulschließung zu Verwandten aufs Land gefahren und können wegen der Reisebeschränkungen nicht zurückkommen. Alle Lehrer, die aktuell keiner Aufgabe im Skills Centre nachgehen, erhalten Kurzarbeitergeld. Das Bistro im Mobility Centre ist weiterhin in Betrieb, es wird gebacken, gekocht und Essen verkauft. Anfangs wurden im Skills Centre viele Masken genäht und in der Umgebung kostenlos verteilt. Inzwischen ist die Bevölkerung jedoch ausreichend mit waschbaren Masken ausgestattet. Die Lehrer und Angestellten, die noch im Skills Centre sind, kümmern sich um den Gemüseanbau, die Nutztiere und sind mit Renovierung- und Ausbaumaßnahmen beschäftigt. So soll im Mobility Centre für Schüler und die Besucher des Mobility Centres ein Internet-Café entstehen, außerdem ein neues kleines Gebäude für die Fahrradwerkstatt und einen Ausstellungsraum für Produkte der anderen Werkstätten. Der Lehrer der Schreinerei wird bis zur Schulöffnung in einer großen Schreinerei in Malaa arbeiten, um seine Kenntnisse in der Möbelherstellung weiter auszubauen.

Zusammen mit unserem Hauptansprechpartner, Jimmy Kilonzi, sind wir bestrebt weitere Ideen zu entwickeln und umzusetzen, um die Zeit bis zur Wiedereröffnung der Schulen soweit gut es geht zu nutzen, und wo es geht, Not zu lindern, um dann im September wieder den Schwerpunkt auf die Bildungsarbeit zu legen.


Herzlichen Dank für Ihre /Eure beständige Unterstützung!


Susi Kiehling

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